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2:1 gegen 96 - Wagners gutes Bauchgefühl ist das Achtelfinale wert

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Nach so einer turbulenten Schlussphase sah es lange nicht aus. Bis zur 72. Minute herrschte am Dienstagabend Nulldiät im DFB-Pokalduell zwischen den Lilien und Hannover 96, ehe drei Tore innerhalb von fünf Minuten das Bölle beben ließen. Weil zwei davon auf das gastgebende Konto wanderten, liegt die Kugel mit der Aufschrift SV Darmstadt 98 erstmals seit 01/02 wieder in der Trommel für eine Achtelfinalauslosung. 

SV Darmstadt 98 – Hannover 96  2:1

Aufstellungen:

SVD: Mathenia, Jungwirth, Sulu, Caldirola, Junior Diaz, Gondorf, Niemeyer, Heller (90. Vrancic), Kempe, Rosenthal (84. Stroh-Engel), Wagner (88. Rajkovic)

H96: Zieler, Sakai, Felipe, Schulz, Albornoz, Schmiedebach (84. Bech), Sane, Andreasen, Saint-Maximin, Klaus (72. Kiyotake), Erdinc (72. Sobiech)

Tore:

1:0 Sulu 74. 1:1 Sobiech 75. 2:1 Wagner 79.

Zuschauer:

15900 (Heimbereich selbstredend ausverkauft)

So eine vielfältige Startelfänderung musste Dirk Schuster in dieser Saison noch nicht vornehmen. György Garics und Konstantin Rausch mussten wegen Blessuren aus dem Wolfsburgspiel verletzt passen und wurden durch Florian Jungwirth und Tobias Kempe ersetzt. Außerdem erhielt Jan Rosenthal in der Offensivabteilung mal wieder den Vorzug gegenüber Marco „Toni“ Sailer. Nichtsdestotrotz drückten die Lilienfans unter dem Bölle-Flutlicht die Daumen, dass es mit dem ersten Einzug in eine dritte DFB-Pokalrunde seit der Spielzeit 01/02 klappt.

Die Mannschaften kannten sich ja vom ersten Bundesligaspieltag (2:2) und begegneten sich mit Respekt. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass die Partie in der ersten Hälfte weitgehend zwischen den Strafräumen ablief – mit leichten Vorteilen pro Hausherr, der die einzige echte Chance des Eröffnungsabschnitts verzeichnete: In der 20. Minute flankte Marcel Heller butterweich in die Gefahrenzone und der Ex-Hannoveraner Jan Rosenthal zwang Nationalkeeper Ron-Robert Zieler zu einer optisch ansehnlichen Flugparade. 96 kam zu keiner Möglichkeit, so dass mit dem torlosen Remis die Seiten gewechselt wurden.  

Nach dem Wiederbeginn schienen die Niedersachsen zunächst etwas stärker zu werden und verbuchten zwei „Halbchancen“. Doch so nach einer Stunde kontrollierten wieder die Lilien das Geschehen und erarbeiteten sich ein Übergewicht. In der 72. Minute verlängerte Wagner einen Freistoß von Kempe mit dem Kopf so scharf, dass Zieler den Ball nur an den Pfosten lenken konnte. Captain Aytac Sulu sagte danke und staubte mutterseelenallein die Pille ins Netz. Der Jubel währte wohl ein bisschen zu lange – vor allem im gedanklichen Hinterstübchen. Vom Anstoß weg überrumpelte ein weiter Ball die euphorischen Lilien. Mathenia verließ wie schon gegen Wolfsburg etwas zu übermotiviert seinen Kasten, was Sakai zum postwendenden Ausgleich nutzte.

Es spricht für den Sportverein, dass er diesen Dämpfer rasch aus den Klamotten schüttelte und fortan den Sieg in der regulären Spielzeit suchte. Eine Ecke von Kempe huschte an Freund und Feind vorbei durch den Fünfmeterraum und Sandro Wagner bewies, dass man zur Vollstreckung neben dem Kopf auch andere über der Gürtellinie beheimatete Körperteile benutzen kann. Halb Brust und halb Bauch hieß seine Devise, dank der er die Kugel zum entscheidenden Treffer über die Linie beförderte. Und diesmal hatte 96 keine Antwort mehr parat. Der SV98 schaukelte clever den Zweitrundentriumph ins Ziel und freut sich nun im Achtelfinale über die nächste fette Einnahme.

Über Nacht dürfen Spieler und Fans ja ein wenig von einer Doppelreise in rund einem dreiviertel Jahr nach Berlin träumen: Am vorletzten Bundesligaspieltag als Gast der Hertha sowieso und wenig später findet ja ein gleicher Stätte noch ein weiteres nicht ganz unwichtiges Match statt. Ab Mittwochmorgen gilt der Fokus aber voll und ganz dem VfB Stuttgart, bei dem am kommenden Sonntagnachmittag der Ligaalltag fortgesetzt wird. 

Letzte Änderung amMittwoch, 28 Oktober 2015 10:27
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