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Zu pomadig und harmlos – SV98 verabschiedet sich vom DFB-Pokal

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Der SV Darmstadt 98 kassierte am frühen Samstagabend seine saisonale Pflichtspielniederlage und schied erstmals seit 2014 (verlorenes Elfmeterschießen gegen Wolfsburg) wieder in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Beim Zweitligarivalen Jahn Regensburg enttäuschten die Lilien mit einer schwachen Leistung und quittierten völlig gerechtfertigt eine 1:3-Pleite. 

Jahn Regensburg – SV Darmstadt 98  3:1

Jahn: Pentke, Nachreiner, Knoll (21. Gimber), Sörensen, Nandzik, Geipl, Lais (77. Hoffmann), George, Mees, Adamyan (81. Nietfeld), Grüttner

SVD: Heuer Fernandes, Sulu, Kamavuaka, Von Haacke (85. Lacazette), Steinhöfer, Altintop, McKinze Gaines II (57. Bezjak), Kempe, Großkreutz, Sobiech (68. Maclaren)

Tore: 0:1 Sobiech 41. 1:1 Lais 45. + 3 FE  2:1 Nietfeld 86. 3:1 Grüttner 90. + 3

Zuschauer: 8920

Besonderes: Geipl (Jahn) schießt FE über das Tor 12.

Feuertaufe für Orrin McKinze Gaines II und Julian von Haacke: Dieses im Ligabetrieb noch nicht eingesetzte Neuzugangstandem warf Trainer Torsten Frings ins nasskalte Pokalwasser der Oberpfalz. Das Duo sprang im Vergleich zum letzten 98er-Match auf dem Betze für Marvin Mehlem (muskuläre Probleme) und Immanuel Höhn (Bank) in die Einsatzbresche.  

Nach einem Dutzend Minuten mussten die Lilien bei ihrer Premiere in der Continental Arena die ersten Schrecksekunden überstehen. Wilson Kamavuakas „liebevolles“ Sechzehneranbandeln mit seinem Gegenspieler fand der Schiedsrichter gar nicht erotisch und bestrafte den Flirtversuch auch noch mit einem Elfmeter. Zum Glück für den SV98 hatte Andreas Geipl vergessen, sein Visier einzustellen und jagte den Ball über die Latte des Kastens von Daniel Heuer Fernandes. Trotz der Fahrkarte wirkte der Jahn in der Folge zielstrebiger und besaß die besseren Chancen, ehe der Sportverein kaltschnäuzig seine praktisch erste gute Gelegenheit mit der Führung krönte. Nach einer gelungenen Kombination bediente Tobi Kempe seine Sturmspitze Artur Sobiech und der Neuzugang aus Hannover erzielte seinen ersten Pflichtspieltreffer im blau-weißen Trikot. Doch die Lilien konnten das Gutgaben nicht in die Pause retten. Einen Textiltest ahndete der Referee mit seiner zweiten Deutung auf den Punkt. Diesmal übernahm Marc Lais die Verantwortung und vollstreckte sicher zum 1:1-Halbzeitscore.

Im zweiten Abschnitt wurde es nur unwesentlich besser im 98er-Gefüge. Über der Oberpfalz roch es eher nach einer zweiten Jahn-Bude als nach einem erneuten südhessischen Vorsprung. Zwar besaß der eingewechselte Roman Bezjak zwei ordentliche Gelegenheiten, die er allerdings fahrlässig verschleuderte. Schließlich wurden die Gastgeber während der Schlussphase für ihr größeres Engagement belohnt. Marco Grüttner köpfte den Ball gegen die Latte und den Aluminiumabpraller beförderte der sträflich ungedeckte Jonas Nietfeld ebenfalls per Kopf über die Linie. In der wenigen Restmatchdauer öffnete der Sportverein natürlich die blau-weiße Mühle, was der Jahn mit der finalen Nachspielzeitsequenz zur endgültigen Entscheidung nutzte. Grüttner hatte wenig Mühe, die Kugel ein drittes Mal im 98er-Gehäuse zu versenken.

Damit endete abrupt das Darmstädter DFB-Pokal-Abenteuer, ehe es richtig begann. Torsten Frings wird bestimmt seine Lehren aus dieser Performance ziehen und seiner Mannschaft einige Steigerungsspritzen einimpfen. Tja, dann bemühen wir halt die alte Phrase, dass sich die Lilien fortan einzig und allein auf den Ligaalltag konzentrieren können. Der geht am nächsten Freitagabend mit einem Heimspiel gegen die Kiezkicker vom FC St. Pauli weiter. Es steht also die identische Paarung wie im Mai 2015 auf dem Fahrplan, als ein direkt verwandelter Freistoß das Bölle in ein Tollhaus verwandelte…  

 

Letzte Änderung amSamstag, 12 August 2017 21:20
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