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2. Bundesliga

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Heidenheim und Dresden als weitere Hürden der englischen Woche

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Nach dem vom „Usus“ von vier Lilientoren garnierten Wiedersehen mit den „alten Relegationskumpels“ aus Bielefeld muss der SV Darmstadt 98 noch zwei weitere Aufgaben der englischen Zweitligawoche lösen. Am Mittwoch gastieren die Lilien beim 1. FC Heidenheim (Anstoß 18Uhr30) und empfangen dann zum dritten Sonntagsheimeinsatz hintereinander Dynamo Dresden (Kick-off 13Uhr30).

Auf der Ostalb tritt der Sportverein erstmals wieder seit November 2014 an und versucht dort, eine Minusserie zu stornieren, denn noch nie konnte eine blau-weiße Mannschaft an der Brenz gewinnen (zwei Remis, drei Niederlagen). Nachdem der nächste 98er-Gastgeber bis 2008 für jeden Heiner ein unbeschriebenes Blatt darstellte, gehörte das Duell SVD vs. FCH von da an praktisch zum Alltag. Nach dem Lilienaufstieg 2011 in die Dritte Liga wanderten beide Klubs inklusive der gemeinsamen Beförderung 2014 Richtung Zweitklassigkeit sogar Hand in Hand durch die Fußballsphären, ehe der 98er-Durchmarsch 2015 nach ganz oben das „Techtelmechtel“ für zwei Jahre stoppte.

Der erst 2007 gegründete FCH (entstand durch die Abspaltung vom Stammverein Heidenheimer Sportbund) wird seit der Neuformierung (bzw. wenige Monate danach) von Frank Schmidt trainiert, der zuvor schon als Aktiver auf der Ostalb unterwegs war. Die heute nur noch äußerst selten anzutreffende Treue zwischen Klub und Übungsleiter führte zu einem permanenten Aufschwung. Schmidt lotse seine Mannen durch alle Facetten und sitzt jetzt eine Dekade am Steuerpult. Der FCH gilt inzwischen als etablierter Zweitligist (vierte Spielzeit in Serie), muss aber heuer aufpassen. Nach drei souveränen Klassenerhalten ist Heidenheim so schwach wie nie gestartet (vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen). Erst am letzten Sonntag gab es Entwarnung: Passend zum exakt an diesem Termin fixierten zehnjährigen Dienstjubiläum von Schmidt beendete das Ostalb-Ensemble mit einem 2:1 beim VfL Bochum seinen Minuslauf und hofft vor dem Gastspiel des SV98 auf eine baldige Verabschiedung aus der Abstiegszone.

 

Am Sonntag kommt es dann am Bölle zur Premiere gegen Dynamo Dresden. Noch nie standen sich die Lilien und der sächsische Traditionsverein in einem Pflichtmatch gegenüber. Beinahe wäre es im Mai 2014 so weit gewesen. Der SV98 wartete als Drittligaqualifikant auf seinen Relegationsgegner aus der Zweiten Liga. Dort führte der finale Spieltag die beiden Protagonisten aus Dresden und Bielefeld zusammen (die identische Paarung steht übrigens am Mittwoch parallel zum Liliengastspiel in Heidenheim auf dem Fahrplan). Dynamo hätte damals ein Unentschieden zur Rettung gereicht, aber die Ostwestfalen setzten sich 3:2 in „Elbflorenz“ und durften anstatt den Gelb-Schwarzen in der Saisonverlängerung nach dem Klassenerhaltsglück fahnden. Vergebliche Liebesmüh´, wie rund um Darmstadt jeder Knirps weiß (manch einer wurde neun Monate später auf den Vornamen Elton getauft…).

Doch zurück zum Debütopponenten. Obwohl, ganz korrekt ist diese Bezeichnung auch nicht. Im Januar 2013 bestritten beide Fraktionen ein Testspiel im Trainingslager in der Türkei. Trotz einer frühen Elfmeterbude von Marcus Steegmann behielt Dynamo mit 2:1 die Oberhand. Der eigentlich unbedeutende Vorbereitungseinsatz hat dennoch denkwürdige Aspekte. Es war das allererste Mal, dass sich ein gewisser und gerade frisch verpflichteter Aytac Sulu das Trikot mit der Lilie auf der Brust überstreifte!!

Dynamo Dresden ist vor allem im Osten Kult. Kein Wunder, wenn man die Erfolgsliste der alten DDR-Oberliga einsieht: Acht Meisterschaften und sieben Pokalsiege. Hinzu gesellen sich unvergessene Europapokalschlachten im Rudolf Harbig – Stadion, das nach Abriss und Neubau (2009) heute auf den Namen DDV-Stadion hört. Nach der Wende gebührte Dynamo neben Hansa Rostock ein Eingliederungsrecht für die Bundesliga, ehe man 1995 wegen finanzieller Schieflage in die Dritt- und später sogar in die Viertklassigkeit musste. Wie viele andere DDR-Klubs rutschte Dresden auf dem Spagat von „Osten nach Westen“ wirtschaftlich aus.

Aber auf die treuen Fans war Verlass, auch wenn „einige“ von ihnen zu oft über die Stränge schlugen und der Verein immer wieder für das (vornehm ausgedrückt) teilweise undisziplinierte Verhalten der Anhängerschaft drastisch zur Kasse gebeten wurde. Dynamo kehrte zurück aus den Niederungen und stieg 2004, 2011 und zuletzt 2016 zumindest wieder in die Zweite Liga auf. Nach der klasse Comebacksaison 16/17 waren beim Rundenauftakt im Einzugsgebiet von Zwinger und Semperoper einige Stolpersteine aufgestellt (lediglich ein Sieg aus den ersten fünf Spielen), ehe am vergangenen Sonntag durch das 2:0 beim Jahn in Regensburg ein kleiner Befreiungsschlag glückte.          

 

Alle Partien vom siebten und achten Zweitligaspieltag:

 

Di 19.09. 18.30

FC Ingolstadt – MSV Duisburg, SV Sandhausen – Union Berlin, 1. FC Kaiserslautern – Erzgebirge Aue, Holstein Kiel – FC St. Pauli

Mi 20.09. 18.30 

1. FC Heidenheim – SV Darmstadt 98, Eintracht Braunschweig – Spvgg Greuther Fürth, Dynamo Dresden – Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf – Jahn Regensburg

Do 21.09. 20.30

1. FC Nürnberg – VfL Bochum

 

Fr 22.09. 18.30

Erzgebirge Aue – SV Sandhausen, MSV Duisburg – Holstein Kiel

Sa 23.09. 13.00

FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld – 1. FC Heidenheim, Jahn Regenburg – Eintracht Braunschweig

So 24.09. 13.30

SV Darmstadt 98 – Dynamo Dresden, Spvgg Greuther Fürth – 1. FC Nürnberg, VfL Bochum – FC Ingolstadt

Mo 25.09. 20.30

Union Berlin – 1. FC Kaiserslautern

 

Letzte Änderung amMontag, 18 September 2017 21:55
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