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2. Bundesliga

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Standard-Erfolgsrezept rettet schmeichelhaften Punkt auf der Ostalb

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Der SV Darmstadt 98 ist beim Mittelteil der englischen Zweitligawoche mit einem blau-(weißen) Auge davongekommen. In der 85. Minute sicherte das „Evergreen-Konzept“ (Ecke Kempe, Kopfball Sulu) den Lilien am Mittwochabend ein glückliches 2:2 beim 1. FC Heidenheim.  

1. FC Heidenheim – SV Darmstadt 98  2:2

FCH: Eicher, Busch, Theuerkauf, Beermann, Feick, Wittek, Pusch (58. Halloran), Griesbeck, Schnatterer (82. Titsch-Rivero), Dovedan, Glatzel (71. Thiel)

SVD: Heuer Fernandes, Sirigu (64. Steinhöfer), Höhn, Sulu, Holland, Kamavuaka (70. Stark), Altintop, Kempe, Großkreutz (77. Von Haacke), Sobiech, Platte

Tore: 1:0 Dovedan 32. 1:1 Sobiech 35. 2:1 Halloran 60. 2:2 Sulu 85.

Zuschauer: 10500

Vor der zweiten Aufgabe der englischen Woche veränderte Torsten Frings seine Mannschaft auf zwei Positionen: Wilson Kamavuaka kehrte nach einem kurzfristigen Bankabstecher in die Anfangsformation zurück und Felix Platte gab in vorderster Front sein saisonales Startelfdebüt. Somit begann die gleiche Auswahl, die gegen Bielefeld in der zweiten Hälfte den Halbzeitrückstand in ein 4:3 drehte. Auf der anderen Seite musste Zehnjahre-Coach Frank Schmidt seinen etatmäßigen Keeper Kevin Müller ersetzen (erlitt im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss). Für ihn stand der ehemalige Münchener Löwe Vitus Eicher erstmals zwischen den Heidenheimer Zweitligapfosten.

Auf der Ostalb, die Torsten Frings erstmals als verantwortlicher Übungsleiter besuchte, entwickelte sich vom Fleck weg das erwartete Kampfspiel auf Biegen und Brechen. Beide Parteien schenkten sich nichts und versuchten, dem Gegenpart den Schneid abzukaufen. Die Torgefahr blieb allerdings auf der Strecke, weil die Defensivspezialisten hüben wie drüben meist schon vor dem Sechzehner „ausputzten“. Erst nach einer halben Stunde bot sich dem Sportverein eine erste gute Gelegenheit. Kamavuaka bediente Sobiech und nach dessen Schuss zappelte das Netz, jedoch lediglich von außen. Fast im Gegenzug klingelte es im Kasten von Daniel Heuer Fernandes. Heidenheims Urgestein Marc Schnatterer flankte butterweich auf die Rübe von Nikola Dovedan und von dort rauschte die Murmel unhaltbar in die Maschen.

Die Lilien waren aber um eine rasche Antwort nicht verlegen. Der FCH-Jubel hallte noch im Rund, als Artur Sobiech den schnellen Ausgleich erzielte. Ein Löwenanteil an der Egalisierung gebührte Felix Platte. Manch einer hätte sich nach dem hohen Zuspiel von Sandro Sirigu wohl bei der Ballannahme die Haxen gebrochen, aber der Stürmer verarbeitete die Pille auf artistische Art und Weise so perfekt in den Laufweg von Sobiech, so dass der Offensivkollege praktisch nur noch einschieben musste.

Mit dem 1:1 wurden dann auch die Seiten gewechselt. Was die Kicker des SV98 in der ersten halben Stunde des finalen Abschnitts geritten hat, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Das blau-weiße Ensemble bekam überhaupt keinen Zugriff mehr auf das Geschehen, während sich die Hausherren spielerisch immens steigerten und nun klar am Drücker waren. Logische Konsequenz: Das 2:1 des 120 Sekunden zuvor von Frank Schmidt auf´s Feld geschickten australischen Nationalspielers Ben Halloran, den die Lilien genauso wenig auf dem Zettel hatten wie den wiederum als Vorleister fungierenden Schnatterer.

Auf eine neuerliche Blitzreaktion warteten die mitgereisten Fans zunächst vergeblich. Im Gegenteil: Nach dem Rückstand musste der Sportverein mehrfach die Gunst von Fortuna beanspruchen, dass das Resultat nicht in uneinholbare Dimensionen geschraubt wurde. Beispielhaft sei hier nur der viel zu einfache Abschluss von Dovedan an die Lattenunterkante erwähnt. Erst in der Schlussphase rafften sich die südhessischen Gäste noch einmal auf. Trotzdem fiel das 2:2 prinzipiell aus heiterem Himmel und ist einer „Waffe“ zu verdanken, welche der Sportverein schon lange aus dem Eff-Eff beherrscht: Dem Standard. Auch den Heidenheimern war sicherlich dieses blau-weiße Potenzial bewusst. Dennoch konnten sie rein gar nichts dagegen ausrichten. Kempe zwirbelte eine Ecke in den Sechzehner und Aytac Sulu kletterte mal wieder in die zweite Etage, um mit voller Brachialgewalt  und Willenskraft ins Gehäuse zu köpfen.

Kurz vor dem Abpfiff hätten die Lilien dank einer Doppelchance das Match beinahe noch komplett gewendet. Erst scheiterte Yannik Stark mit seinem Distanzhammer an Goalie Eicher und dann zielte Platte mit etwas zu viel Rücklage über das FCH-Tor. Ein 98er-Sieg wäre aber des Guten zu viel gewesen. Auch wenn ein Sieg in Heidenheim fortan in der blau-weißen Vita fehlt: Durch die Sichtung des Spielverlaufs kann der Sportverein mit dem Unentschieden gut leben.

Nach sieben Partien sind die Schützlinge von Torsten Frings mit nun vierzehn Punkten auf dem dritten Tabellenplatz notiert. Am kommenden Sonntag schließt die Pflichtspielpremiere gegen Dynamo Dresden die englische Woche ab (Anstoß 13Uhr30 am Bölle).

 

Letzte Änderung amMittwoch, 20 September 2017 21:39
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