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2. Bundesliga

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Chancenlos im Schanzerland

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Der SV Darmstadt 98 ist am Freitagabend hart auf dem Boden der Zweitligarealität geprallt. Beim „Bundesligaabsteigerleidensgenossen“ FC Ingolstadt verloren die Lilien sang- und klanglos 0:3 und müssen sich jetzt in der über vierzehntägigen Länderspielpause neu sammeln.

FC Ingolstadt – SV Darmstadt 98  3:0

FCI: Nyland, Träsch (89. Neumann), Matip, Wahl, Gaus, Levels, Christiansen, Morales (66. Colak), Pledl, Kittel, Kutschke (74. Lezcano) 

SVD: Heuer Fernandes, Kamavuaka, Höhn (59. Stark), Sulu, Holland, Sirigu, Altintop, Kempe, Großkreutz (41. Platte), Mehlem (72. Von Haacke), Sobiech

Tore: 1:0 Kutschke 30. FE 2:0 Kittel 61. 3:0 Pledl 79.

Zuschauer: 8750

Gegenüber dem Aufholhusarenritt gegen Dynamo Dresden bescherte Torsten Frings dem Duo Wilson Kamavuaka / Sandro Sirigu in Oberbayern das Comeback für die Startelf. Markus Steinhöfer und Yannik Stark mussten sich wieder mit der Reservistenrolle begnügen. Unabhängig von diesen Personalwechseln merkte man dem Sportverein vom Kick-off weg an, dass er irgendwie kein Bein auf den Ground des Audi-Sportparks, wo eine blau-weiße Mannschaft noch nie gewinnen konnte, bekam. Die mitgereisten Fans spürten in der Anfangsphase ebenfalls, dass diese Negativserie eine leidige Fortsetzung finden könnte.

Ingolstadt wirkte spritziger, leidenschaftlicher und entschlossener als die oft nur zu spät reagierenden Lilien. Nach einer halben Stunde war der aus den vergangenen Partien gewohnte Rückstand fällig. Ob Wilson Kamavuaka bei seinem Klärungsversuch Marvin Matip im Sechzehner wirklich berührte, war vor Ort gar nicht und auch bei Sichtung der TV-Bilder kaum zu erkennen. Sei es drum: Der Schiedsrichter entschied auf Regelwidrigkeit und Stefan Kutschke verwandelte den Strafstoß souverän.

Spätestens ab diesem Dämpfer wackelte die Defensivabteilung noch mehr und nach vorne ging herzlich wenig bis gar nichts. Die Torabschlusstabletten hatten die Lilien wohl vergessen einzunehmen. Vor dem FCI-Kasten brandete keine Gefahr auf. Das änderte sich auch nach dem Wiederanstoß nicht. Die eigentlich in dieser Saison so heimschwachen Hausherren schnupperten mehrfach am 2:0, das schließlich nach einer Stunde Matchdauer auf der Anzeigetafel blinkte. Ein Leichtsinnsfehler des ansonsten ballsichersten Darmstädter Hamit Altintop mündete beim einnetzenden Kittel und bei den Lilien brannte spätestens von da an selbiger.

Über eine positive Antwort brauchte man auch in der Folge nicht nachzudenken. Die Schanzer drängten auf die endgültige Entscheidung und die fiel dann auch durch eine gekonnte Direktabnahme von Pledl. Schließlich erlöste der Schlusspfiff den Heineranhang nach einem völlig gebrauchten Ausflug. Ingolstadt konnte völlig verdient seinen ersten Heimsieg in dieser Saison gegen einen Kontrahenten feiern, gegen den auch der bis dato letzte „Dreier“ vor eigenem Publikum gelang: Gegen den SV Darmstadt 98 (im April im höher gelegenen Bundesligastockwerk), während die Lilien ihre erste Zweitligaauswärtspleite seit dem Mai 2015 kassierten (0:1 in Fürth).

Drittes Spiel am Stück mit drei Gegentoren und zweite Rundenniederlage: Das war schon ein warnender Schuss vor den Bug, was der Sportverein im für ihn so „ungeliebten“ Audi-Sportpark einsteckte. Diesen Ernüchterungsprozess muss Torsten Frings jetzt erst einmal mit seinen Mannen verarbeiten. Zeit genug hierfür ist vorhanden: Das nächste Match steigt erst am Montagabend des 16. Oktober. Dafür mit Karacho, wenn der Nürnberger Club zum alten Südklassiker am Bölle antritt und Erinnerungen an den Muttertag 1973 hoch kochen…

 

Letzte Änderung amMontag, 02 Oktober 2017 17:41
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