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2. Bundesliga

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Nachspielzeitpatzer von Mall verlängert die Sieglosqual

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Vier Treffer praktisch selbst erzielt und dennoch das siebte Match hintereinander nicht gewonnen: Am dreizehnten Zweitligaspieltag wurde der SV Darmstadt 98 wahrlich nicht vom Glück geküsst und musste sich bei Eintracht Braunschweig mit einem 2:2-Unentschieden begnügen, weil ein frühes echtes und ein spätes halbes Eigentor die Ernte einer erlösenden Siegfrucht kosteten.

Eintracht Braunschweig – SV Darmstadt 98  2:2

ETB: Fejzic, Sauer (76. Hochscheidt), Breitkreuz (88. Schönfeld), Valsvik, Reichel, Biada (46. Canbaz), Samson, Khelifi, Yildirim, Hernandez, Abdullahi

SVD: Mall, Bangaard, Sulu, Holland, Kamavuaka, Stark, Sirigu (31. Steinhöfer), Von Haacke (66. Rosenthal), Großkreutz, Mehlem, Sobiech (74. Boyd)

Tore: 1:0 Eigentor Sulu 8. 1:1 Mehlem 30. 1:2 Kamavuaka 52. 2:2 Schönfeld 90. + 2

Zuschauer: 21000

Weil das Ausfallpech fortan grassiert, musste Coach Torsten Frings in der Löwenstadt für die Nominierung seiner Anfangsformation improvisieren. Für Hamit Altintop (gesperrt nach fünfter gelber Karte), Felix Platte (Muskelbündelriss) und Jan Rosenthal (saß mit Adduktorenproblemen zunächst auf der Bank) rückten Yannick Stark, Artur Sobiech und Julian von Haacke in die blau-weiße Startelf. Aber auch den Hausherren standen mehrere Stammkräfte verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, weshalb sich das Personalmanko die Waage hielt.

Nach acht Minuten trat das ein, was jeder im 98er-Lager unbedingt vermeiden wollte: Ein früher Rückstand. In Folge einer von Khelifi getretenen und von Abdullahi verlängerten Ecke prallte der Ball an die Hüfte von Mannschaftskapitän Aytac Sulu und trudelte auf unglückliche Art und Weise in den eigenen Kasten. Das 1:0 schien den defensivstarken Niedersachsen perfekt in die Karten zu spielen. Braunschweig konnte nun seine Absicherungsqualitäten unter Beweis stellen. Aber wie Julius Biada dies demonstrieren wollte, schmerzte schon beim Zuschauen. Völlig übermotiviert senste die mit dem SV98 2014 in die Zweite Liga aufgestiegene Ex-Lilie seinen früheren Teamkameraden Sandro Sirigu um. Schiedsrichter Patrick Alt zückte nur die gelbe Karte und sah mit dieser Fehlentscheidung gemäß seines Nachnamens sehr alt aus. Rot wäre zwingend richtig gewesen.

Sirigu musste vom Platz und trug sich in die lange Darmstädter Verletztenliste ein (auch von dieser Stelle gute Besserung und eine rasche Genesung). Eine Bestrafung hatten die Lilien aber auch parat. Marvin Mehlem zog beherzt an seinen Gegenspielern vorbei und lochte per platzierten Flachschuss ins linke Eck zum 1:1-Ausgleich ein. Mit diesem Resultat ging es dann auch zur Halbzeitbesprechung in die wärmende Kabine. Nach dem Wiederbeginn präsentierte sich der SV98 sofort im Bilde und agierte forsch nach vorne. Nicht von ungefähr markierten die Lilien das 2:1. Der für Sirigu eingewechselte Markus Steinhöfer flankte butterweich in den Fünfmeterraum und Wilson Kamavuaka veredelte die Vorarbeit mit einem schulbuchmäßigen Kopfballaufsetzer.

Dieses Guthaben verteidigt der Sportverein bis in die Nachspielzeit. Die Braunschweiger Löwen rannten zwar verbissen gegen tief stehende Südhessen an, doch das Bollwerk hielt leidenschaftlich dicht, ehe auf dem finalen Drücker der schon sicher geglaubte Sieg an der Hamburger Straße in doppeltem Sinn doch noch aus den Händen glitt. Einen haltbaren Schuss von Khelifi konnte Keeper Joel Mall nicht festhalten und der kurz zuvor von Torsten Lieberknecht auf den Rasen beförderte Joker Patrick Schönfeld stocherte die Kugel geistesgegenwärtig zum 2:2-Endstand über die Linie.

Zwei Punkte prinzipiell verschenkt, Fortsetzung der sieglosen Serie und mit Sirigu fällt ein weiterer Leistungsträger eventuell länger aus: Trotz des Remis bei der heimstarken Eintracht überwiegen nach dem Kehraus natürlich die negativen Aspekte. In der Tabelle kleben der BTSV und der SV98 mit je siebzehn Zählern fortan im sogenannten Tabellenniemandsland aneinander. Für die Lilien geht die Punktehatz erst übernächsten Freitag weiter, wenn man nach der Länderspielpause am 17. November den SV Sandhausen empfängt. 

 

Letzte Änderung amSonntag, 05 November 2017 13:37
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