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2. Bundesliga

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Revanche und Siegcomeback stehen auf der Tagesordnung

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Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison prallen der SV Darmstadt 98 und Jahn Regensburg in einem Pflichtspielduell aufeinander. Nach der aus blau-weißer Sicht völlig misslungenen DFB-Pokal - Ausgabe sind die Lilien nun gefordert, am Bölle den Spieß umzudrehen und den ersten Sieg nach neun Partien ohne „Dreier“ einzufahren. Anstoß ist am Sonntag um 13Uhr30. 

Spätestens seit Montagabend ruft das Studium der Zweitligatabelle bei den 98er-Fans ein beklemmendes Gefühl in der Magengrube hervor. Nicht nur wegen dem Umstand, dass die Lilien mit Platz Dreizehn die bislang schlechteste Saisonpositionierung aufweisen. Sondern vor allem wegen der Tatsache, dass neben dem eigenen Tief die zuletzt fleißigen Konkurrenzhamstereien eine drastische Vorsprungsminimierung von nur noch einem Punkt auf die Relegationssprosse sowie lediglich vier Zählern auf die erste direkte Abstiegsstufe zur Folge hatten.

Die Ergebnismisere fordert ergo nun ihren Tribut und verlangt nach einem schnellstmöglichen Ende, um einen noch dramatischeren Rankingabsturz zu vermeiden. Angesichts der kuscheligen Enge in diesem Klassementareal (der Neunte ist nur durch drei Pünktchen vom Sechzehnten getrennt!) könnte der SV98 im Fall eines Sieges auch gewaltig nach oben klettern. Diese Möglichkeit bietet sich allerdings seit mehreren Wochen und wurde bislang nie genutzt.

Natürlich waren für eine optisch schönere Momentaufnahme auch einige Portionen Pech am Werk. Z. B. beim jüngsten Dämpfererlebnis an der alten Försterei, wo in der vierten respektive finalen Nachspielzeitminute die unfreiwillige Co-Produktion von Fabian Holland und Jan Rosenthal in einem höchst unglücklichen Eigentor mündete, das mal wieder den Befreiungsschlag verhinderte. Ein ähnliches Dilemma widerfuhr den Lilien bei der vorausgegangenen Auswärtsprüfung in Braunschweig, als Keeper Joel Mall unmittelbar vor dem Abpfiff die entscheidende Klärung verpasste und den Niedersachsen die Egalisierung schenkte.

Alles jedoch auf die Sparte Pech abzuwälzen, wäre aber zu einfach. Egal ob im Alltagsleben oder auf dem Fußballground. Ein längerer Negativlauf wird normalerweise nicht aus dem heiteren Himmel geboren. Dass die Mannschaft es kann, hat sie ja in der zweiten Halbzeit beim Aufstiegskandidaten Union Berlin bewiesen. Es fehlt die Konstanz und der berühmte Knotenlöser, der hoffentlich am Sonntag im wegweisenden Heimmatch vollzogen wird.

Selbst Jahn Regensburg konnte am letzten Wochenende tabellarisch am Sportverein vorbeihuschen. Die Oberpfälzer sind aktuell so etwas wie die Mannschaft der Stunde (satte acht Punkte aus den letzten vier Partien) und freuen sich über die Beförderung vom Ligakeller empor auf eine einstellige Platzierung (Neunter, ein Zähler mehr wie der SV98). Der Wiederaufsteiger wird also mit breiter Brust am Bölle auflaufen. Wohl auch im Wissen, dass man bereits den ersten internen Saisonvergleich erfolgreich inszenieren konnte. Im August schauten die Lilien bei ihrem Debüt in der 2015 eröffneten Continental Arena (die zahlreichen früheren Duelle fanden alle im alten Jahnstadion statt) nach einer überaus enttäuschenden Darbietung in die Röhre und schieden in der ersten Runde des DFB-Pokals sang- und klanglos aus (1:3). 

Der Jahn verkörperte in den vergangenen zwei Dekaden das Synonym einer Fahrstuhlmannschaft. Auf und nieder lautete der permanente Slogan. Seit 1996 hielt man sich nie länger als drei Jahre am Stück in einer Spielklasse auf. Ab 2012 spannte Regensburg seine Fans besonders auf die Folter: Dem Aufstieg in Liga Zwei (mit Trainer Markus Weinzierl) folgte der sofortige Absturz, ehe es 2015 noch eine Etage hinunter Richtung Regionalliga Bayern ging. Dort übernahm in der Winterpause Heiko Herrlich das Trainerkommando und navigierte sein Team zunächst zurück in Liga Drei. Zwölf Monate später war der Durchmarsch in die Zweitklassigkeit perfekt – dank einem gewonnenen und von Ausschreitungen der Löwenfans überschatteten Relegationsrückspiel bei 1860 München.

Nach dem Doppeltriumph demissionierte Heiko Herrlich und folgte dem Lockruf von Bundesligist Bayer Leverkusen (ähnliches Szenario wie 2012, als Weinzierl sich zum FC Augsburg verabschiedete). Nun soll Achim Beierlorzer den Klassenerhalt richten und für dieses Ziel sieht es dank dem momentanen Aufwärtstrend ganz gut aus.

Auseinandersetzungen zwischen dem Sportverein und dem SSV (Sport- und Schwimmverein) gibt es schon seit 1951 (alte 2. Liga Süd) zu begutachten. Zwei negative Konfrontationen haften besonders schmerzlich in der blau-weißen Erinnerung: Ein 1:3-Heimniederlage am finalen Regionalligaspieltag 2003 bedeutete den Niedergang in die Hessenliga und im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg veranlasste eine überaus deftige 2:7-Klatsche im Jahn-Stadion plus missverständliche Präsidiumsäußerungen den damaligen 98-Coach Bruno Labbadia, das Ende seiner Amtszeit zum Saisonkehraus zu proklamieren.

Da erinnern wir uns lieber an die schon über vierzig Jahre zurückliegende letzte Zweitligakonfrontation am Bölle. Mit einem 4:0 schickten die Lilien 1977 den Jahn zurück in die Oberpfalz, wobei solche klangvolle Vereinsheroen wie Dietmar Schabacker, Rudi Koch, Herbert Dörenberg und Peter Cestonaro die Tore erzielten. Jetzt sind ihre Nachfolger gefragt, damit die Sieglosstrecke eingestampft wird und der sportliche Ausblick wieder optimistischere Formen annimmt. Außerdem will sich das Team von Torsten Frings selbstredend mit einem positiven Resultat vor seinem Heimspielpublikum aus dem Kalenderjahr 2017 verabschieden. Danach muss der SV98 vor dem Start der Winterferien noch zwei Auswärtshürden überspringen (in Aue und Fürth).   

Alle Partien vom 16. Zweitligaspieltag:

Fr 01.12. 18.30

1. FC Heidenheim – 1. FC Kaiserslautern, Arminia Bielefeld – FC St. Pauli

Sa 02.12. 13.00

1. FC Nürnberg – SV Sandhausen, MSV Duisburg – Spvgg Greuther Fürth, Holstein kiel – Fortuna Düsseldorf

So 03.12. 13.30

SV Darmstadt 98 – Jahn Regensburg, Dynamo Dresden – Erzgebirge Aue, VfL Bochum – Union Berlin

Mo 04.12. 20.30

FC Ingolstadt – Eintracht Braunschweig

 

Medien

Letzte Änderung amFreitag, 01 Dezember 2017 08:44
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