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2. Bundesliga

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Advent, Advent, der 98er – Baum brennt

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Während Frau Holle konsequent ihr Bett machte, schlitterte der SV Darmstadt 98 in die nächste Pleite. Am vorletzten Hinrundenspieltag der Zweiten Liga verloren die Lilien gegen Jahn Regensburg 0:1 und finden sich nach der Sinkflugfortsetzung auf dem Relegationsplatz wieder. Zwei Partien vor Beginn der Winterpause klingeln über dem Bölle ergo statt besinnlichen Adventsmelodien mehr denn je die Alarmglocken. 

SV Darmstadt 98 – Jahn Regensburg  0:1

SVD: Heuer Fernandes, Steinhöfer, Bangaard, Sulu, Holland, Kamavuaka, Altintop (75. Stark), Kempe, Bezjak, Mehlem (58. Platte), Boyd (58. Sobiech)

Jahn: Pentke, Saller, Nachreiner, Knoll, Nandzik, Gimber (76. Sörensen), Lais (86. Palionis), Stolze, Adamyan (45. George), Grüttner, Nietfeld

Tor: Grüttner 52.

Zuschauer: 15000

Seit Sonntagnachmittag gegen 15Uhr15 wird der fürchterliche 98er-Minuslauf mit zehn sieglosen Partien en block gelistet. Dass der Abwärtstrend nicht gestoppt werden konnte, hatte herzlich wenig mit dem in Folge des am Sonntagmorgen einsetzenden Schneetreibens rutschigem Geläuf zu tun. Auch der angereiste Aufsteiger musste sich auf die widrigen Platzverhältnisse einstellen und vollzog dies weitaus standfester und griffiger. Der Auswärtsdreier war für den Jahn hochverdient, weil sich die Gäste spielerisch reifer und vor allem selbstbewusster präsentierten. Wahrlich ein ernüchterndes Statement, wenn ein Bundesligaabsteiger zu Hause gegen einen Zweitliganeuling antritt.

Zur "Schnellballschlacht" gegen die Oberpfälzer feierte Keeper Daniel Heuer-Fernandes nach längerer Verletzungspause sein Comeback. Zudem gab es aus blau-weißer Sicht eine eigentlich lange überfällige Premiere zu begutachten. Der slowenische Nationalspieler Roman Bezjak gab sein Zweitligastartelfdebüt. Doch alle personellen Umstellungen fruchteten nicht. Der Jahn agierte vom Fleck weg entschlossener und erarbeitete sich ein Chancenplus – auch wenn das Gesamtvolumen der Einschussgelegenheiten aufgrund des schwierig zu bespielbaren Geläufs rar gesät waren und oft vom Zufallsprinzip bestimmt wurden.

Nach einer torlosen ersten Hälfte mit Regensburger Vorteilen mussten die frierenden Zuschauer auch im zweiten Abschnitt konstatieren, dass Torgefahr praktisch nur vom Jahn ausging, der sich in der 52. Minute per Standard mit dem Tor des Tages belohnte. Nach einem in den Sechzehner geschnippelten Freistoß standen gleich mehrere Spieler am langen Pfosten frei und Grüttner lenkte den Ball in die Maschen. Von diesem Schock erholte sich der Sportverein nicht mehr. Das Team von Torsten Frings fahndete vergeblich nach einem Rezept, um die sattelfeste Defensive der Oberpfälzer auszuhebeln. Regensburg konnte relativ mühelos sein Guthaben über die Runden schaukeln und schickte die Lilien noch tiefer ins Tal der sportlichen Tränen.

Weil auch noch Dynamo Dresden und der VfL Bochum ihre Aufgaben erfolgreich bewältigten, sackte der SV98 auf die drittletzte Ranglistenposition ab, die nach aktuellem Stand am Saisonende zwei Relegationshessenderbys gegen den SV Wehen Wiesbaden nach sich ziehen würde. Es muss also schnellstens ein Weg aus der Krise gefunden werden, um einem solchem Szenario vorzubeugen. Zwei ganz wichtige auswärtige Möglichkeiten gegen die „direkte Konkurrenz“ bietet sich den Lilien noch vor der Winterpause, damit das Ruder herumgerissen wird: Am nächsten Freitag bei Erzgebirge Aue und zum Jahresshowdown am 17. Dezember bei der Spvgg Greuther Fürth.

 

 

Medien

Letzte Änderung amSonntag, 03 Dezember 2017 16:59
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