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2. Bundesliga

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Quo vadis, SV98?

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Die aktuelle Antwort auf die Überschriftfrage ist hart, momentan aber leider realistisch: Zurück in die Dritte Liga. Am Freitagabend beendete der SV Darmstadt 98 seine Zweitligavorrunde mit einem 0:1 beim Tabellennachbarn Erzgebirge Aue, wobei das nackte Resultat den Lilien sogar noch schmeichelte. Das elfte sieglose Match in Serie zementierte den Abstiegsrelegationsplatz und multiplizierte die Befürchtungen eines Negativdurchmarsches.

Erzgebirge Aue – SV Darmstadt 98  1:0

Aue: Männel, Kalig, Kvesic (87. Riese), D. Kempe, Cacutalua, Wydra, Strauß, Tiffert, Soukou (62. Köpke), Nazarov, Bunjaku (67. Bertram)

SVD: Heuer Fernandes, Steinhöfer, Großkreutz (46. Platte), Höhn, Sulu, Holland, Kamavuaka, Altintop (70. Stark), T. Kempe, Mehlem (74. Sobiech), Boyd

Tor: Soukou 35.

Zuschauer: 8000

In Sachsen erhielten die Lilien einen kostenlosen Anschauungsunterricht, wie der Kampf um den Klassenerhalt funktioniert. Mit einfachen Mitteln, körperlicher Robustheit und vor allem dem unbedingten Willen für ein Erfolgserlebnis kauften die Hausherren dem lethargisch respektive verunsichert agierenden südhessischen Gast jeglichen Schneid ab. Das knappe Ergebnis spiegelt nicht einmal den Spielverlauf wieder. Selbst ein Debakel war möglich. Lediglich Keeper Daniel Heuer Fernandez, der sich als einzige Lilie eine Bestnote verdiente, und dem Auer Verschleudern von Großchancen verdankte es der SV98, dass er im Erzgebirge nicht unter die Räder geriet. Alleine diese Tatsache ist mal so was von bedenklich. Die Krise hat ihren nächsten Gipfel erreicht.

Trainer Torsten Frings baute vor dem Anstoß auf eine etwas defensivere Grundausrichtung als beim zurückliegenden Ernüchterungsprozess gegen den Jahn. Kevin Großkreutz und Immanuel Höhn rückten für Patrick Bangaard und Roman Bezjak in die Anfangsformation. Erheblich rotationsfreudiger präsentierte sich Aues Coach Hannes Drews, der gleich mit sechs Startelfveränderungen auf die im Sachsenderby bei Dynamo Dresden bezogene 0:4-Klatsche reagierte.

Den Umstand, dass die Lilien nach fünf Minuten nicht schon entscheidend zurücklagen, durfte sich nur Daniel Heuer Fernandes auf die Fahne heften. Bei drei hochkarätigen Einnetzmöglichkeiten demonstrierte der Schlussmann sein ganzes Rettungspotenzial. Dagegen konnten sich auf dem rutschigen Geläuf die verzweifelt gegen den Abwärtstrend anrennenden Kameraden des Torwarts kein Beispiel an der resoluten Gegenwehr ihrer Nummer Eins nehmen. Symptomatisch hierfür diente das "Golden Goal" für den Platzhirsch, als die Routiniers Hamit Altintop und Aytac Sulu haarsträubende „Lehrlingspatzer“ fabrizierten und so den emsigen Cebio Soukou praktisch zur Vollstreckung einluden.

Ab der zweiten Hälfte nahm das Schneegestöber immer mehr zu und dem SV98 fehlte ähnlich wie vor Wochenfrist gegen den Jahn auf dem weißen Belag der Durchblick. Konzeptlos stürmte man an, ohne die Gastgeberdefensive ernsthaft zu gefährden. Eine einzige gute Ausgleichschance (Kamavuaka scheiterte an Goalie Männel) sagt vieles aus. Auf der anderen Seite hätte Aue längst den Sack zumachen müssen, doch entweder Heuer Fernandes, das Lattenkreuz oder einfach nur der Dusel hielten die Partie bis zum Kehraus offen. Aber die 98er hätten wohl noch Stunden „kicken“ können, ohne das Runde ins Eckige zu transportieren.

Während die Sachsen im gefährdeten Ranglistenareal also einen Befreiungsschlag landeten, spitzt sich die Lage im blau-weißen Lager immer mehr zu. Die Tabelle lügt bekanntlich nicht und wirft den SV98 zur Saisonhalbzeit als Drittletzten des Klassements aus. Kein Wunder nach einer so lange anhaltenden Durststrecke. Kaum vorstellbar, wenn auch noch die nächsten beiden Begegnungen in den Sand gesetzt werden. Im letzten Match vor der Winterpause (am Sonntag, dem 17.12., bei der Spvgg Greuther Fürth) sowie beim ersten Spiel im neuen Jahr (24.01. gegen den 1. FC Kaiserslautern) treten die Lilien gegen die beiden einzigen Vereine an, die in der Zweitligarangliste noch schlechter respektive auf den direkten Abstiegsplätzen notiert sind….   

Letzte Änderung amFreitag, 08 Dezember 2017 21:43
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