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2. Bundesliga

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Puscht das Schuster-Comeback den SV98 zum Befreiungsschlag im Ronhof?

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Die Katze ist also aus dem Sack. Was die blau-weißen Spatzen seit Samstag (Beurlaubung von Torsten Frings) von den Dächern pfiffen, gab der SV Darmstadt 98 am Montagabend offiziell bekannt. Dirk Schuster kehrt zurück und soll wieder die Kastanien aus dem Feuer holen. Am Sonntagnachmittag beginnt der reaktivierte Hoffnungsträger seine zweite Lilienmission auf dem gleichen Areal, wo er auch sein letztes Zweitligaauswärtsmatch bestritt: Im Fürther Ronhof (Anstoß 13Uhr30).

Dann hoffen wir mal, dass die Comebackhürde besser überquert wird wie seinerzeit im Mai 2015, als der Sportverein zur Saisonvorschlussrunde beim damals wie heute abstiegsgefährdeten Kleeblatt 0:1 verlor. Glücklicherweise zog die damalige Niederlage keine tabellarische Konsequenz nach sich. Der SV98 blieb auf Rang Zwei und perfektionierte eine Woche später im überfüllten Bölle-Hexenkessel durch ein 1:0 über den FC St. Pauli den sensationellen Durchmarsch in die Bundesliga.

Am kommenden Sonntag hätte ein ähnliches Negativresultats allerdings einen Absturz auf den vorletzten sprich direkten Abstiegsplatz zur Folge und der SV98 würde unter dem Strich „überwintern“. Schuster steigt ergo gleich mit einem „Sechspunktekracher“ wieder ins blau-weiße Geschäft ein.  Von der Form und den Ergebnissen der vergangenen Wochen geht Fürth sogar als Favorit in das Kellerduell. Während die Spielvereinigung nach einem desolaten Start seit einem Trainerwechsel (Damir Buric für Janos Radoki) hauptsächlich im eigenen fränkischen Wohnzimmer des Ronhofs fleißig Proviant sammelte (die letzten vier Heimspiele allesamt gewonnen!), schlitterten dir Lilien in eine ungeahnte Krise, warten seit unsäglichen elf Partien auf einen Dreier und purzelten auf den Relegationsrang hinunter, wobei der Vorsprung zum wartenden Hausherr lediglich noch einen winzigen Zähler beträgt.

Diese sportlich fürchterliche Durststrecke kostete Torsten Frings nun bekanntlich den Job als Darmstädter Übungsleiter. Trotz allen vorausgegangenen Vertrauensbekundungen sahen sich die Verantwortlichen um Präsident Rüdiger Fritsch nach der in Aue erlebten neuerlichen Enttäuschung gezwungen, dem „berühmten“ Fußballmechanismus für ein Ziehen der Reißleine zu folgen. Die Mannschaft, die zuletzt ein Schatten ihrer selbst war und praktisch nie ihr Potenzial abrufen konnte, nahm zwar die Miserenschuld alleine auf ihre Kappe, doch am Vollzug der Entlassung vom ehemaligen Nationalspieler änderte das nichts mehr.

Bevor die Gerüchteküche vollends überbrodelte, zauberte Fritsch den von vielen erwarteten Nachfolger aus dem Hut. Der Erfolgscoach ist also „back in Town“ bei seinem Herzensverein, mit dem seine erste fruchtbare Zusammenarbeit einst in den triumphalen Titeln „Mann des Jahres“ und „Trainer des Jahres“ mündete. Wird nun wirklich wieder alles gut? Ist es so einfach, dass man einfach nur den Reset-Knopf drückt und die Talfahrt automatisch gestoppt wird? Natürlich nicht. Aber der „alte Heilsbringer“ hat eine Chance verdient und wird mit seinem bekannten Engagement alles daran setzen, dass momentan havarierende Südhessenflaggschiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu manövrieren.

Auf einer Pressekonferenz nahmen Fritsch und Schuster Stellung zu den Ereignissen der Vergangenheit. Egal ob sie – so wie prinzipiell durch die Bank - positiv (das Wunder von der Alm 2014, der überragende Zweitligaaufstieg 2015 und das i-Tüpfelchen vom Bundesligaklassenerhalt 2016 sind natürlich unvergessen und ewig im Hirn gebrandmarkt) oder in wenigen Ausnahmen negativ (z.B. die einen faden Beigeschmack hinterlassende Art der Trennung vor rund anderthalb Jahren) daher kamen. Nun sind die zuständigen Protagonisten wieder vereint, haben sich ausgesprochen und wollen gemeinsam den blau-weißen Dampfer wieder flott bekommen bzw. den Ligaverbleib realisieren, um den Bölle-Standort langfristig als fester Bestandteil der obersten beiden Profiklassen zu stabilisieren.

Durch die Schuster-Renaissance setzt sich auch eine alte 98er-Tradition fort, vertraute Trainer wiederum zu verpflichten. Als Beispiele hierfür dienen Udo Klug, Lothar Buchmann, Klaus Schlappner, Werner Olk, Eckhard Krautzun, Rainer Scholz und Gerhard Kleppinger. Nicht immer kehrten die bekannten Besen ein zweites Mal gut. Aber bei einigen klappte die Neuauflage. Drücken wir die Daumen, dass dies auch dem heimgekommenen „verlorenen Sohn“ glückt.

Selbstbewusstsein einimpfen und die Defensivlöcher stopfen (bei seinem ersten Einstieg am Bölle auf der Drittligabühne kassierten die Lilien während den ersten drei Begegnungen keinen einzigen Gegentreffer!!) dürften vor dem eminent wichtigen Kehrausspiel 2017 die Direktive an die Adresse seines Kaders lauten, von dem noch ca. ein Drittel Schusters Wirken von dessen erster Amtsperiode kennt. Die anderen hatten bis zum Anpfiff fünf Tage Zeit, den Initiator der Erfolgsgeschichte 2013 bis 2016 kennenzulernen. Unter der Regie des alten/neuen Vordenkers soll nun beim dreifachen Deutschen Meister in Fürth (zwischen 1914 und 1929) die Kehrtwende her, um den Grundstein zu legen, nach der Winterpause wieder in beruhigende Tabellensphären vorzupirschen.      

Alle Partien vom 18. Zweitligaspieltag:

Fr 15.12. 18.30

Eintracht Braunschweig – Fortuna Düsseldorf, Union Berlin – FC Ingolstadt

Sa 16.12. 13.00

  1. FC Kaiserslautern – 1. FC Nürnberg, Erzgebirge Aue – 1. FC Heidenheim, Jahn Regensburg – Arminia Bielefeld

So 17.12. 13.30

Spvgg Greuther Fürth – SV Darmstadt 98, SV Sandhausen – Holstein Kiel, MSV Duisburg – Dynamo Dresden

Mo 18.12. 20.30

FC St. Pauli – VfL Bochum

 

Letzte Änderung amFreitag, 15 Dezember 2017 08:47
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