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2. Bundesliga

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Kurioser „Lucky Punch“ im Ronhof - Mit Schuster kehrt das Glück zurück

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Der Naldo vom SV Darmstadt 98 heißt Hamit Altintop. Passend zum dritten Advent zündete der ehemalige türkische Nationalspieler in buchstäblich letzter Sekunde eine Kerze. Durch das 1:1 bei der Spvgg Greuther Fürth rettete Altintop den Wiedereinstieg von Dirk Schuster und bewahrte die Lilien vor einer Überwinterung auf einem direkten Abstiegsplatz.

Spvgg Greuther Fürth – SV Darmstadt 98  1:1

Spvgg: Burchert, Wittek, Gugganig, Magyar, Gjasula, Caligiuri, Hilbert (83. Ernst), Green, Narey, Sontheimer (62. Dursun), Raum (74. Steininger) 

SVD: Heuer Fernandes, Sirigu (77. Bezjak), Großkreutz, Höhn, Sulu, Holland, Kamavuaka (51. Stark), Altintop, Kempe, Mehlem (63. Maclaren), Platte

Tore: 1:0 Witek 45. 1:1 Altintop 90. + 4

Zuschauer: 8210

Mit dem Ausgleich rechnete eigentlich niemand mehr. Die vom Schiedsrichter angeordnete dreiminütige Nachspielzeit war schon längst überschritten, als der Routinier noch einmal den Ball hoch in den Sechzehner abschickte. Hatte er die Flugbahn so ausgerechnet oder wollte er nur flanken? Egal! Auf jeden Fall senkte sich die Kugel über dem verdutzten Keeper Burchert zum egalisierenden Endstand in den Winkel und löste einen erleichterten Kollektivfreudentaumel im blau-weißen Lager aus. Die Sieglosserie (jetzt zwölf Spiele) geht  zwar in die nächste Runde und der drittletzte Tabellenrang steht den 98er-Ansprüchen zwar fortan kontraproduktiv gegenüber, aber mit dem Comeback von Dirk Schuster scheint Glücksgöttin Fortuna endlich auch dem Sportverein wohl gesonnen. Das Unentschieden nährt die Hoffnung, dass es im neuen Jahr nach einer intensiven Vorbereitung wieder nach oben geht.

Nicht ganz so tief wie vielleicht erwartet griff Dirk Schuster in die personelle Veränderungskiste. Gegenüber dem 0:1 vor Wochenfrist in Aue, wo noch Torsten Frings in der coachenden Verantwortung stand, veränderte der heimgekehrte Hoffnungsträger im Jahreskehrauskick die blau-weiße Startformation lediglich auf zwei Positionen und nominierte mit Sandro Sirigu und Felix Platte zwei Protagonisten, die Schuster noch aus seiner ersten glorreichen Bölle-Amtszeit bekannt waren.

Die Lilien begannen im Ronhof stark und ließen so nach einer Viertelstunde genauso stark nach. Nachdem Felix Platte mit zwei Kopfbällen die Führung verpasste, kamen die zuletzt so heimstarken Hausherren immer besser auf und hatten Pech mit einem abgefälschten Schuss an die Querlatte. In einem für den Klassenerhaltsfight typischen  Abnutzungskampf legte das Kleeblatt unmittelbar vor der Pause vor. Maximilian Wittek versenkte einen Freistoß in den Giebel, wodurch Fürth in der virtuellen Tabelle an den Lilien vorbeizog und sie auf die abstiegsreife vorletzte Position verbannte.

Nach dem Seitenwechsel suchten die südhessischen Gäste nach einem Rezept, die dritte 0:1-Pleite in Serie zu vermeiden - meist vergeblich. Vorne fehlte die Durchschlagskraft, um das Fürther Abwehrzentrum auszuhebeln. Die Franken verpassten ihrerseits, den Sack für ihren fünften Heimsieg en block zuzuschnüren. Dennoch verwalteten sie relativ clever ihr Guthaben und wähnten sich schon am Ziel, hatten aber die Rechnung ohne den am letzten Fußballwochenende 2017 umtriebig aktiven „Nachspielzeitgott“ gemacht. Und so kam es doch noch zur „blau-weißen Duplizität der Ereignisse.“ Wie rund 24 Stunden zuvor am Main legte der Referee zur vorgeschlagenen Zugabe noch ein Minütchen drauf und bescherte Hamit Altintop die perfekt ausgenutzte Möglichkeit, es dem Schalker Naldo gleichzutun: In der ultimativ finalen Sekunde den Ausgleich zu erzielen und sofort danach den Abpfiff zu genießen.

Mit diesem schmeichelhaften, dafür für die Moral umso wertvolleren 1:1 hielt der SV98 die Fürther mit einem Punkt Vorsprung auf Distanz. Dirk Schuster, der seine zweite 98er-Ära also wie die erste mit einem Remis beginnt (damals im Februar 2013 gegen Wacker Burghausen 0:0) wird nun in der kurzen Zeit bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs alles daran setzen, einen Aufwärtstrend Richtung rettendes Ufer einzuleiten. Dafür ist das Eröffnungsmatch 2018 gleich wegweisend: Am 24. Januar zu Hause gegen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. 

 

Letzte Änderung amSonntag, 17 Dezember 2017 17:15
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