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2. Bundesliga

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1:0 auf St. Pauli - T&T-Import und Defensivstärke bescheren dem SV98 die Erlösung

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Der SV Darmstadt 98 hat auch das fünfte Spiel in diesem Jahrtausend gegen den FC St. Pauli gewonnen. Dank einer frühen Einlochung von Winterneuzugang Joevin Jones und einer leidenschaftlichen Abwehrleistung triumphierten die Lilien am Sonntagmittag 1:0 beim FC St. Pauli und beförderten nicht nur das nervige sieglose Matchdutzend auf die Müllhalde, sondern sendeten im Klassenerhaltskampf eine Botschaft an die Konkurrenz: Wir sind wieder DA!

FC St. Pauli – SV Darmstadt 98  0:1

St. P.: Himmelmann, Zander, Schoppenhauer (84. Schneider), Avevor, Buballa, Dudziak, Flum, Sahin (56. Diamatakos), Sobota, Allagui (71. Neudecker), Bouhaddouz

SVD: Heuer Fernandes, Bregerie, Medojevic, Sulu, Großkreutz, Holland, Niemeyer, Kempe, Jones (38. Sirigu), Ji (67. Rosenthal), Platte (78. Boyd)

Tor des Tages: Jones 7.

Zuschauer: 29550

Da das am letzten Mittwoch in der Halbzeit abgebrochene Match gegen die Roten Teufel wiederholt wird und daher keinen Weg in die Statistik findet, feierten am ausverkauften Millerntor Slobodan Medojevic und Joevin Jones offiziell ihr Pflichtspieldebüt und Romain Bregerie sein Comeback im 98er-Trikot. Außerdem rutschte der erst am Donnerstag vom FC Augsburg frisch verpflichtete Südkoreaner Dong-Won Ji sofort in die Anfangself. Der Sportverein musste in Hamburg mindestens einen Punkt ergattern, um nicht auf einem direkten Abstiegsplatz aus dem 20. Zweitligaspieltag zu schlendern.

In der Anfangsphase beanspruchte der Sportverein die nötige Portion Glück, um aus eigener Kraft die Lage im Tabellenkeller zu verbessern. Zunächst vergab Cenk Sahin für die Gastgeber eine gute Chance und im direkten Gegenzug platzierte der später noch vor der Pause verletzt ausscheidende Joevin Jones den ersten und für lange Zeit einzigen auf den Kasten von Keeper Robin Himmelmann abgefeuerten 98er-Schuss exakt zwischen dem Pfosten und den Torwarthandschuhen ins Eck (erste Bude für einen Kicker aus Trinidad & Tobago im deutschen Profifußball). Auch wenn Bouhaddouz mit einer weiteren vorzüglichen Gelegenheit den prompten Ausgleich liegen ließ, spielte der Matchverlauf den Lilien in die Karten. Die für Coach Dirk Schuster typische defensive Grundordnung griff immer adäquater, um die frühe Führung produktiv zu verwalten respektive zu verteidigen. Bis zum Seitenwechsel biss sich der Kiezklub bezüglich seiner Egalisierungsbemühungen vergebens die Zähne aus.

Nach dem Wiederbeginn erhöhte St. Pauli den Druck, doch die abgezockten 98er-Absicherungsstrategen hielten die blau-weißen Schotten dicht. Richtung Hamburger Gehäuse fehlte zwar zunächst weitgehend die Entlastung (zu schnelle Ballverluste), doch das fiel außer für das angespannte Nervenkostüm kaum ins Gewicht. Erst so nach einer Stunde erarbeiteten sich die Lilien einige Chancen, um den Sack vorzeitig zuzuschnüren. Bei Niemeyers Direktdrehabnahme verkürzte Himmelmann geschickt den Winkel und Sulus Kopfball rauschte knapp vorbei. Auf der anderen Seite mussten die zahlreich mitgereisten Lilienfans lediglich einmal richtig die Luft anhalten, als Neudecker aus kurzer Entfernung köpfte und Daniel Heuer Fernandes den Ball reaktionsschnell über die Latte wischte.

Anders wie während der Vorrunde in Braunschweig oder Berlin überstand der Sportverein auch die Nachspielzeit schadlos. Der befreiende Abpfiff löste dann alle Knoten und brachte einige positive Statistikaspekte an den Tag: Erster Sieg für Dirk Schuster, dessen bekannte Handschrift deutlich zu erkennen war, im zweiten (kompletten) Spiel nach seiner Übungsleiterrückkehr, vierter Dreier in Folge gegen St. Pauli ohne Gegentor (inklusive dem 3:1 im DFB-Pokal 2001 sind es sogar fünf) und als wichtigster Fakt erstes komplettes Erfolgserlebnis nach der schier unendlich langen Leidenszeit von zwölf sieglosen Partien. Der SV98 startete also optimal ins Kalenderjahr 2018 und ist fortan auf dem Relegationsrang positioniert, aber (bei einer weniger ausgetragenen Begegnung) nur noch ein Pünktchen vom rettenden Ufer entfernt. Am nächsten Sonntag gilt es nun zu Hause gegen die bärenstarken Duisburger Zebras effektiv nachzulegen.

Medien

Letzte Änderung amSonntag, 28 Januar 2018 18:34
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