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2. Bundesliga

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1:2 gegen die Zebras – Medojevics Eselei kostet einen Punkt

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Der SV Darmstadt 98 hat am Sonntagnachmittag das Klettern auf einen Nichtabstiegsplatz verpasst und bleibt nach der 1:2-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg auf dem Relegationsrang sitzen, weil die Lilien beide Gegentore ungewollt, aber entscheidend begünstigten. Vor allem der Meidericher Schlussphasensiegtreffer dürfte dem seinen ersten Dämpfer nach der Rückkehr kassierenden Coach Dirk Schuster auf die sprichwörtliche Palme gebracht haben.

SV Darmstadt 98 – MSV Duisburg  1:2

SVD: Heuer Fernandes, Bregerie, Medojevic (87. Rosenthal), Sulu, Großkreutz, Holland, Niemeyer (78. Stark), Kempe, Jones, Ji, Platte (68. Boyd) 

MSV: Flekken, Fröde, Hajri, Wolze, Bomheuer, Nauber, Engin, Tashchy (73. Onuegbu), Stoppelkamp (90. + 2 Daschner), Albutat, Iljutcenko (89. Bajic)

Tore: 0:1 Engin 17. 1:1 Ji 37. 1:2 Iljutcenko 85.

Zuschauer: 15100

Weil Frau Holle am Vormittag etwas zu kräftig ihr Bett ausgeschüttelt hatte, stand die Austragung der Partie kurzfristig auf der Kippe. Dank rund fünfzig fleißigen Helfern konnten sowohl der Platz als auch die Ränge weitgehend vom weißen Belag befreit werden, so dass Schiedsrichter Koslowski aus Berlin die beiden blau-weißen Traditionsvereine pünktlich zum Winterwalzer bat. 98-Coach Dirk Schuster beorderte die identische Startformation auf das wieder hervorgezauberte Grün, die beim 1:0 auf St. Pauli vor Wochenfrist die lange Sieglosserie einstampfte. Ergo konnten auch die angeschlagenen Tobi Kempe und Joevin Jones mitwirken, deren Einsatzmöglichkeit lange fraglich war.

Die Anfangssequenzen auf dem nach den Schneeräumungsmaßnahmen relativ ordentlich bespielbaren Untergrund gehörten dem selbstbewussten Wiederaufsteiger vom Niederrhein. Die Zebraführung resultierte dann aus einer immens fahrlässig ausgeführten Defensivarbeit der Hausherren. Vier Darmstädter gaben Ahmet Engin Geleitschutz anstatt ihm in die Parade zu fahren, so dass der MSV-Spieler mit einem unhaltbaren Schuss abschließen konnte. Danach erkämpften sich die Lilien langsam ein Übergewicht und in der 37. Minute wurde die Leistungssteigerung mit dem Ausgleich belohnt. Kempe legte per Kopf geschickt auf Kevin Großkreutz ab und dessen Flanke landete über einen kleinen Umweg vor dem freistehenden Dong-Won Chi. Der Winterneuzugang guckte Torhüter Flekken routiniert aus und schob den Ball zum 1:1 in die Maschen.

Nach dem verdienten Pausenergebnis besaß der Sportverein im zweiten Abschnitt die erste dicke Chance, um selbst in Führung zu gehen. Joevin Jones stand plötzlich blank vor dem MSV-Kasten, aber im Gegensatz zu Ji´s Egalisierung behielt der Trinidad & Tobago - Nationalspieler nicht die Nerven und drosch die Kugel viel zu hektisch am Ziel vorbei. Aber auch die Zebras meldeten sich wieder zu Wort. Daniel Heuer Fernandes demonstrierte seine Qualität, indem er einen Kopfball geistesgegenwärtig aus dem Eck fischte.

Dann brachen die entscheidenden zwei Minuten an. Zunächst hatte der eingewechselte Terrence Boyd das 2:1 auf dem Schlappen (sein Versuch aus hoffnungsvoller Position verpuffte als bessere Rückgabe) und Nuancen später leistete sich Slobodan Medojevic einen verhängnisvollen Bock. Die 98er waren im Ballbesitz, als der Abwehrakteur völlig überflüssig beim Referee reklamierte. Dabei berührte er unsittlich dessen Brust, was Lasse Koslowski gar nicht schmeckte und den geplanten Lilienvorstoß nicht nur abbrach, sondern auch noch mit Freistoß pro MSV bestrafte. Dieser segelte in den Sechzehner, wo Heuer Fernandes einen Kopfball gerade noch glänzend parierte, ehe Iljutcenko den Abpraller zum 1:2-Endstand über die Linie drückte.

Selbst schuld, SV98!! Übungsleiter Dirk Schuster wird bei der Aufbereitung des Rückschlags sicherlich einige passende Worte an die Adresse seiner Schützlinge richten. Ein Remis hätte die Beförderung auf dem gesicherten 14. Tabellenplatz bedeutet. So kleben die Lilien fortan auf der 16. Rankingsprosse fest und müssen das Versäumte am kommenden Freitag beim einen Zähler besser notierten VfL Bochum korrigieren, wo im „Kellerkracher“ gegen den nächsten Ruhrpottklub echte Big Points für den Klassenerhalt auf der Agenda stehen.  

Medien

Letzte Änderung amSonntag, 04 Februar 2018 17:59
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