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2. Bundesliga

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1:2 in Bochum – SV98 bettelt förmlich um die nächste Niederlage

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Wenn man nach einer Stunde Spielzeit bei einem völlig verunsicherten Gastgeber in Führung geht und zehn Minuten später dennoch mit leeren Händen dasteht, ist der zweite Abstieg in Folge nicht mehr fern. Am Freitagabend vergeigte der SV Darmstadt 98 nach einer enttäuschenden Leistung das Schlüsselspiel in Bochum 1:2 und muss mehr denn je um den Zweitligaklassenerhalt bangen.

VfL Bochum – SV Darmstadt 98  2:1

VfL: Riemann, Hoogland, Danilo, Losilla (64. Serra), Gyamerah, Tesche, Fabian, Stöger, Sam, Hinterseer (89. Wurtz), Kruse (90. + 2 Celozzi)

SVD: Heuer Fernandes, Bregerie, Medojevic, Sulu, Großkreutz, Holland, Stark (84. Rosenthal), Kempe, Jones (70. Sirigu), Ji, Platte (79. Sobiech)

Tore: 0:1 Bregerie 61. 1:1 Hinterseer 66. 2:1 Eigentor Holland 69.

Zuschauer: 14520

Peter Niemeyer laborierte an einer Fußverletzung, weshalb Dirk Schuster seine Anfangself auf einer Position ändern musste. Für den Mittelfeldabräumer rückte Yannick Stark in die Mannschaft. Ansonsten vertraute der 98er-Trainer der identischen Formation, die am letzten Sonntag im Heimspiel gegen den zweiten Zweitligaruhrpottklub MSV Duisburg einen Ergebnisrückschlag erlitt. Verlieren verboten lautete die Devise „anne Castroper“. Sowohl beim Sportverein als auch beim kriselnden Hausherr, der zuletzt vier Niederlagen in Serie einsteckte und am Mittwoch mit der Installation des vierten Saisontrainers (Heiko Butscher für Jens Rasiejewski) auf die sportliche Talfahrt reagierte.

Die erste Halbzeit glich einem Remake dem 1974er Melodramklassiker „Angst essen Seele auf“ von Kultregisseur Rainer Werner Fassbender. Was die Zuschauer im eiskalten Ruhrstadion geboten bekamen, hatte mit Profifußball herzlich wenig am Hut. Beide Mannschaften waren bemüht, die gegnerischen Offensivaktionen im Keim zu ersticken. Das gelang auch, zumal hüben wie drüben die kreativen Mittel fehlten. Das 0:0 war das logischste aller logischen Pausenresultate.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an dem verbissenen Bekämpfungsprogramm der blau-weißen Traditionskollegen zunächst nichts. Praktisch aus heiterem Himmel glückte den Lilien dann das 1:0. Symptomatisch dank einem Standard. Die Ecke von Tobi Kempe verlängerte Aytac Sulu zu seinem Verteidigerpendant Romain Bregerie und dieser konnte gar nicht mehr ausweichen, so dass die Kugel ins Netz trudelte.

Statt energisch nachzusetzen verfielen die 98er allerdings sofort wieder ins absichernde Lethargiemuster und das wurde bitter bestraft. Zunächst kratzte Daniel Heuer Fernandes per Glanzparade einen Freistoß aus dem Winkel, doch Sekunden später klingelte es im Karton. Wie Jugendspieler tummelten sich mehrere 98er-Spieler um den Ball und vergaßen die Beschattung der gegnerischen Angriffskräfte, was Kevin Stöger zu einem ungehinderten Tanz im Sechzehner animierte. Seinen Abschluss kratzte Kevin Großkreutz noch von der Linie, doch gegen den Abstauber von Lukas Hinterseer war dann kein Kraut mehr gewachsen.

Drei Minuten nach dem Ausgleich fielen die mitgereisten 98er-Fans endgültig aus allen Wolken, als Fabian Holland eine Bochumer Flanke in die eigenen Maschen köpfte. Das kuriose Eigentor passte leider zum Gesamtbild, das der Sportverein an diesem fröstelnden Abend mitten im Pott präsentierte. In der restlichen Zeit rannten die Lilien vergeblich an, um wenigstens ein Pünktchen zu retten. Auch das Benutzen der Brechstange brachte null komma null ein. So durfte der VfL das Ende seiner Leidenszeit feiern und hat nun vier Zähler Vorsprung auf den Sportverein, der auf dem Relegationsplatz stagniert und von hinten plötzlich auch noch den heißen Atem des wiedererwachten 1. FC Kaiserslautern spürt.

Falls Fürth am Sonntag gegen Dresden gewinnt, wäre sogar der Absturz auf einen direkten Abstiegsrang trauriger Fakt. Die Mannschaft muss sich nun schnellstens aufraffen, um nach zwei 1:2-Pleiten en block den Negativtrend zu stoppen. Am besten mit einem Erfolgserlebnis während der nächsten Auswärtsaufgabe in Bielefeld (17.02.). Vielleicht dient ja die Alm wie einst an einem lauen Maiabend anno 2014 als gutes Pflaster für den positiven Wendepunkt. Vielleicht…       

Letzte Änderung amMittwoch, 14 Februar 2018 09:40
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