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Hessenliga

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Griesheimer Leistungssteigerung ohne Lohn

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Mit dem neuen (bzw. alten) Trainer Peter Seitel schnupperte Viktoria Griesheim zur siebzehnten Hessenligasaisonrunde vehement am Stoppschild der Ergebnistalfahrt, doch das engagierte Auftreten blieb ohne Happyend. Neuling SC Waldgirmes setzte sich denkbar knapp 1:0 am Hegelsberg durch.

Jubeln durfte hingegen der VfB Ginsheim. Durch ein 4:1 im Aufsteigerduell gegen die Spvgg Neu-Isenburg notierten die Altrheinchronisten den bislang höchsten Sieg der noch jungen Hessenligaära. An der Tabellenspitze sind die Verdächtigen für eine Regionalligabeförderung naher zusammengerückt. Spitzenreiter TSV Lehnerz musste sich im Fuldaer Derby vor einer Rekordkulisse von über 2000 Zuschauer mit einem 1:1 in der Johannisau bei der Borussia begnügen. Die gleichauf liegenden Verfolger Hessen Dreieich (3:1 bei RW Frankfurt, gleichzeitig die dritte Niederlage im vierten Spiel für Coach Mario Basler) und Bayern Alzenau (5:0 gegen den SV Steinbach) nutzten die Gunst der Stunde und jagen den Primus nun mit nur noch je zwei Zählern Rückstand. Auch der Ranglistenvierte SC Waldgirmes darf nach dem Erfolg in Griesheim Hoffnungen für ein Mitspracherecht im Aufstiegskampf hegen (vier Punkte hinter Lehnerz).

Auf den weiteren Positionen Fünf und Sechs haben sich Teutonia Watzenborn-Steinberg (3:0 gegen Ederbergland) und der FSC Lohfelden (4:1-Triumph im Nordhessenderby gegen Baunatal) festgebissen. Ginsheim verbesserte sich auf die zehnte Stufe im Ranking, während Viktoria Griesheim auf der viertletzten Sprosse sitzen bleibt. Als kleines Trostpflaster für den Sportclub könnte dienen, dass die gesamte Konkurrenz (Neu-Isenburg, Ederbergland, RW Frankfurt, Steinbach) zum Abschluss der englischen Woche ebenfalls komplett leer ausging.

FSC Lohfelden – KSV Baunatal  4:1

Tore: 1:0 Ulusoy 12. 1:1 Grashoff 17. FE 2:1 Ulusoy 40. FE 3:1, 4:1 Bayrak 44., 61.

Zuschauer: 450

Besonderes: Rot Borgardt (KSV) 40.

Borussia Fulda – TSV Lehnerz  1:1

Tore: 0:1 Trägler 52. 1:1 Pomnitz 68.

Zuschauer: 2200

Teutonia Watzenborn-Steinberg – FC Ederbergland  3:0

Tore: 1:0 Müller 9. 2:0 Amachaibou 28. 3:0 Müller 41.

Zuschauer: 350

VfB Ginsheim – Spvgg Neu-Isenburg  4:1

Tore: 1:0 Teodonno 17. 2:0 Karabey 50. 2:1 Schellhorn 67. 3:1 Fisch 78. 4:1 Mehnatgir 84.

Zuschauer: 200

Rot-Weiß Frankfurt – SC Hessen Dreieich  1:3

Tore: 0:1 Lagator 38. 1:1 Horiuchi 67. 1:2 Amiri 74. 1:3 Lagator 90.

Zuschauer: 1000

Bayern Alzenau – SV Steinbach  5:0

Tore: 1:0, 2:0 Krause 3., 28. 3:0 Sawaneh 30. 4:0 Krause 33. 5:0 Sawaneh 79.

Zuschauer: 300

Rot-Weiß Hadamar – Buchonia Flieden  3:1

Tore: 1:0 Löbig 26. 2:0 Burggraf 36. 2:1 Hack 73. 3:1 Bangert 86.

Zuschauer: 240

Viktoria Griesheim – SC Waldgirmes  0:1

Tor: Schneider 17.

Zuschauer: 150

Das Comeback von Peter Seitel auf den Trainerstuhl konnte die Fortsetzung der Minusserien (siebte sieglose Begegnung hintereinander, dritte Niederlage in Folge ohne eigenen Treffer) nicht stoppen. Dennoch ist wieder ein Licht am Ende des Tunnels zu erblicken, weil die personell fortan sehr geschwächte Mannschaft gegenüber dem derben 0:7 unter der Woche gegen Hadamar, das in einer Trennung der Zusammenarbeit mit Suat Türker als Übungsleiter mündete, wieder Zug hatte und leidenschaftlich um ein Erfolgserlebnis kämpfte, das beim Kehraus auch verdient gewesen wäre. Die spielstarken, aber im Angriff harmlosen mittelhessischen Gäste hatten eigentlich nur eine echte Torchance (in der Nachspielzeit) und benötigten für ihre siegbringende Bude viktorianische Schützenhilfe.

In der ersten Hälfte war dem Sportclub die in den zurückliegenden Resultaten begründete Verunsicherung noch deutlich anzumerken. Aber schon da hielt die Defensivabteilung bis auf eine Ausnahme dicht. Auch dank Danilo Milosevic, dessen Rückkehr in den Verteidigungsverbund die abwehrende Organisation deutlich stabilisierte. Das früh kassierte Tor des Tages konnte allerdings auch er nicht verhindern. Die Hauptschuld am letztendlich entscheidenden Treffer muss sich Keeper Daniel Duschner ankreiden, dem ein harmloser Schuss aus den Händen glitt und Max Schneider zum einnetzenden Kopfball einlud. Es war praktisch eine Duplizität des unglücklichen Ereignisses vom südhessischen Vereinskollegen SV Darmstadt 98, dem ein ähnlicher Patzer von Schlussmann Joel Mall rund zwei Stunden zuvor bei Eintracht  Braunschweig wichtigen Profit kostete.

Im zweiten Abschnitt entfachte der Hausherr Druck und fahndete nach dem Ausgleich. Theodoros Karras (empfahl sich über das Kreisliga A – Team für einen Einsatz) wurde von Peter Seitel eingewechselt und sorgte für reichlich Belebung des Offensivaktionismus. Pascal Stork boten sich drei gute Möglichkeiten, zumindest ein Pünktchen auf der Habenseite zu verbuchen. Aber nachdem der Stürmer in der 87. Minute per Kopfball nur die Latte küsste, war prinzipiell klar, dass die Leistungssteigerung keinen Lohn fand. Ungeachtet dessen kann der SCV aus der heutigen Performance Mut schöpfen und auf eine baldige Kehrtwendung für den Kampf um den Klassenerhalt hoffen.

Spielfrei: OSC Vellmar

 

Letzte Änderung amSonntag, 05 November 2017 13:37
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