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Hessenliga

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5:2 gegen Alzenau – Sensationelles SCV-Comeback in die Erfolgsspur

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Was für ein Hessenligahammer zum Rückrundenauftakt: Der in den letzten Wochen chronisch an sportlicher Erfolglosigkeit leidende SC Griesheim putzte den seit Monaten nicht mehr unterlegenen Aufstiegsanwärter Bayern Alzenau mit einem 5:2 von der Platte des Hegelsbergs. Die Rückkehr von mehreren Leistungsträgern (allen voran der dreifache Torschütze Yves Böttler) und eine entfesselte erste Halbzeit bescherten Trainer Peter Seitel im dritten Verantwortungseinsatz den ersten Sieg.

Nachdem der SC Hessen Dreieich durch ein 3:0 über Borussia Fulda für 24 Stunden die Tabellenführung übernommen hatte, holte sich der TSV Lehnerz am Sonntag dank einem 2:1 in Neu-Isenburg die Pole Position zurück. Alzenau verpasste durch seinen in Griesheim erlittenen Dämpfer, mit Dreieich Schritt zu halten und verweilt auf der dritten Position. Eine Woche nach dem Debakel in Dreieich präsentierte der VfB Ginsheim wieder seine defensive Sahneseite und sicherte sich beim starken Mitaufsteiger SC Waldgirmes ein überaus beachtliches 0:0.

Viktoria Griesheim zog dank seinem heimischen Husarenritt am spielfreien FC Ederbergland vorbei und eroberte sich den 13. Ranglistenplatz zurück. Beim KSV Baunatal feierte Mario Basler seinen zweiten Sieg als Coach von RW Frankfurt (1:0) und darf wieder vom Klassenerhalt träumen. Das kann insgeheim auch der OSC Vellmar. Das Schlusslicht gewann 2:1 in Flieden.

Rot-Weiß Hadamar – FSC Lohfelden  3:2 

Tore: 1:0, 2:0 Burggraf 11., 20. 2:1 Zukorlic 51. 3:1 Löbig 81. 3:2 Cakmak 90.

Zuschauer: 150

SC Hessen Dreieich – Borussia Fulda  3:0

Tore: 1:0, 2:0 Lagator 6., 83. 3.0 A. Fliess 90.

Zuschauer: 220

SV Steinbach – Teutonia Watzenborn-Steinberg  abgesagt

Buchonia Flieden – OSC Vellmar  1:2

Tore: 0:1 Wissemann 11. 1:1 Schaub 32. 1:2 Glogic 78.

Zuschauer: 350

SC Waldgirmes – VfB Ginsheim  0:0

Zuschauer: 220

KSV Baunatal – Rot-Weiß Frankfurt  0:1

Tor: Pospischil 8.

Zuschauer: 230

Besonderes: Rot Üstün 87., Gelb-Rot Grashoff 89. (beide KSV)

Viktoria Griesheim – Bayern Alzenau  5:2

Tore: 1:0 Stork 6. 2:0 Böttler 8. FE 3:0 Eigentor Kaiser 29. 3:1 Krause 39. 4:1, 5:1 Böttler 42., 45. 5:2 Bejic 54.

Zuschauer: 170

Der Fußballsport schrieb schon immer unberechenbare Geschichten. Das jüngste Kapitel dieser These erlebten die in dieser Saison noch nicht so oft mit Erfolgen verwöhnten Zuschauer am Hegelsberg. Vor dem Anpfiff hieß es: Wenn der seit acht Runden sieglose geschweige denn die vergangenen vier Partien unisono in den Sand gesetzte Sportclub als Tabellenviertletzter den nur mit einer Niederlage belasteten und vierzehn Begegnungen am Stück nicht mehr leer ausgegangenen Ranglistendritten empfängt, wird wohl für den Außenseiter kaum etwas zu holen sein. Aber Pustekuchen: Die Viktoria zauberte in der ersten Halbzeit eine bärenstarke Vorstellung auf das Trapez und schickte den Favorit mit einer kleinen Sensationspackung ins Unterfrankenland zurück.

Die Hauptursache für den gleichsam überraschenden wie auch erlösenden Befreiungsschlag ist im Entspannungsprogramm der Personalproblematik begründet. Neben den ihre Sperren abgesessenen Yves Böttler und Fabian Windeck konnte Trainer Peter Seitel auch wieder die zuletzt verletzten Fidan Salii und Oliver Greindl sowie erstmals in dieser Spielzeit Torhüter Rene Blessing aufbieten. Die Reaktivierung von gleich fünf kickenden Eckpfeilern mündete in einem überfallartigen Einstieg in das Match. Bereits nach acht Minuten hatten die abstaubbereiten Füße von Pascal Stork und ein verwandelter Strafstoß von Yves Böttler (zuvor wurde Danilo Milosevic im Sechzehner gelegt) jegliche Verunsicherungsknoten entfesselt.

Mit dem 0:2-Schock im Gepäck arbeitete Alzenau am Aufholwunsch, aber in dieser brenzligen Phase stand der Viktoria endlich einmal das Glück zur Seite. Nach einer Ecke köpfte ein Gästespieler den Ball ins eigene Netz. Auch die ergebnistechnische Verkürzungsmaßnahme von Christopher Krause brachte den mutigen Gastgeber nicht aus dem Konzept. Praktisch im Gegenzug fuhr der überragende Böttler einen perfekten Slalom durch mehrere unterfränkische Stangen und stellte den Score auf 4:1. Doch damit nicht genug: Nach einem Abschlag von Blessing hob Böttler die Kugel über den gegnerischen Keeper und legte seinen Frust über die unfreiwillig lange Tatenlosigkeit endgültig zu den Akten. Sein Dreierpack baute zudem einen Führungsausbau in der Hessenligatorjägerliste (jetzt vierzehn Buden).

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Windeck sogar eine Riesenchance zum Vollzug des halben Dutzends, aber aus zwei Metern verfehlte er das Ziel. Als die vom ehemaligen SCV-Übungsleiter Angelo Barletta betreuten Alzenauer das zweite Mal Blessing überwinden konnten, kamen angesichts des durchaus ersichtlichen Gästepotenzials noch einmal Bedenken auf, dass der wichtige Sieg noch nicht unter Dach und Fach ist. Doch Blessing vereitelte im Verbund mit seinen Vorderleuten weiteres Unheil und auf der Gegenseite boten sich den restlos überzeugenden Hausherren sogar weitere Möglichkeiten, das Resultat noch deutlicher zu gestalten.

Erst in der Schlussphase war dann die Luft heraus. Alzenau fand sich mit der ersten Pleite seit Mitte August respektive der Einsicht, dass es am Hegelsberg wieder nichts zu erben gibt (vierte Niederlage in Folge der „Bayern“ in Griesheim) ab, während beim Sportclub die Vorfreunde auf das Ende der Talfahrt wuchs. Kurz darauf war der „Debütdreier“ von Peter Seitel amtlich und die Hoffnung für einen enormen Positivschub im Kampf um den Klassenerhalt erhielt frische Nahrung.

Spvgg Neu-Isenburg – TSV Lehnerz  1:2   (So)

Tore: 1:0 Rhein 14. 1:1 Trägler 43. HE 1:2 Sarvan 60.

Zuschauer: 250

Spielfrei: FC Ederbergland

 

Letzte Änderung amSonntag, 19 November 2017 20:29
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