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Griesheimer Jahresshowdown beim „Angstgegner“ – Seitel bleibt Trainer

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Die Winterpause ruft. Aber einmal müssen die Hessenligisten noch ran – sofern Frau Holle oder Väterchen Frost kein Veto einlegen. Viktoria Griesheim schließt das Punktspieljahr am Samstag bei Rot-Weiß Hadamar ab, also einem Rivalen, mit dem der Sportclub noch mehrere Hühnchen zu rupfen hat.

Die erste offene Rechnung, die es zu begleichen gilt, ist erst von Ende Oktober datiert. An diesem Termin fand das Hinspiel statt und der drastisch ersatzgeschwächte Sportclub kassierte mit einem deprimierenden 0:7 auf eigenem Grund und Boden die höchste Schlappe seiner „neuen“ Hessenligaära (also seit 2012). Doch nicht nur das: Der negative „Höhepunkt“ der damaligen Ergebniskrise veranlasste den Verein, sich von Trainer Suat Türker zu trennen und die Übungsleitergeschicke in die Hände von Peter Seitel zu legen, der mit seiner Zwischenbilanz (sieben Zähler aus fünf Partien) durchaus zufrieden sein darf und mit dem der Verein jetzt eine Einigung über eine weitere Zusammenarbeit bis Saisonende erzielen konnte.  

Als zweiter Punkt für eventuelle Revanchegelüste dient die Tatsache, dass der SCV in elf Ligaanläufen plus dem während der vergangenen Saison verlorenen Hessenpokalviertelfinale noch nie gegen den Klub vom Südrand des Westerwaldes gewinnen konnte. Hadamar hat sich den Ruf als Griesheimer Angstgegner also hart erarbeitet. Die dritte „Baustelle“ ist die Auswärtsmisere. Seit sechzehn Partien respektive vierzehn Monaten konnte man nicht mehr in der Fremde siegen. Zudem wird der Gastgeber sicherlich besonders motiviert sein, weil man dem scheidenden Trainer ein sportliches Abschiedsgeschenk überreichen will. Aus privaten Gründen verkündete Florian Dempewolf unter der Woche seinen Rücktritt zur Winterpause und sitzt gegen den SCV nach anderthalbjähriger Tätigkeit letztmals auf der rot-weißen Bank.  

Auch wenn die angeführten Argumente kein Elixier für ein Erfolgserlebnis sind, wollen wir hier natürlich nicht schwarzmalen. Dafür ist die aktuelle Griesheimer Form zu gut. Beginnend mit der Rückkehr vieler lang fehlender Stammkräfte und dem damit verbundenen 5:2 gegen Bayern Alzenau hat sich die Mannschaft aus der vorausgegangenen Talsohle befreit. Sieben Punkte aus den letzten drei Begegnungen senden zweifellos eine Duftmarke aus, dank der die Viktoria wieder klar ersichtlich das Klassenerhaltsland erblickt.

Jüngstes Beispiel des Aufwärtstrends war das 4:1 gegen den FSC Lohfelden, als der 0:1-Halbzeitrückstand mit einer furiosen zweiten Hälfte sehr rentabel und gerechtfertigt korrigiert wurde. Die aktuellen Positivsignale sprechen ergo eher dafür, dass der Sportclub das Kalenderjahr 2017 mit einem weiteren Ausrufezeichen beenden kann. Selbst als Gast bei den bislang nicht als Lieblingskontrahenten bekannten Rot-Weißen in Hadamar. Von dort fette Beute nach Südhessen zu importieren, wäre ein vorzeitiges und adäquates Weihnachtspräsent.   

An der Tabellenspitze kann sich der SC Hessen Dreieich im Fall eines Auswärtssieges noch mehr Winterspeck als die momentanen vier Punkte Vorsprung anfuttern, weil Verfolger TSV Lehnerz bereits im Urlaubsmodus ist (spielfrei). Allerdings kommt der Hürde bei Teutonia Watzenborn-Steinberg eine hohe Wertigkeit zuteil. Nach einem schwachen Saisonstart sprintet der Regionalligaabsteiger seit Wochen auf der Überholspur und nicht wenige trauen ihm noch ein aktives Eingreifen ins Aufstiegsrennen zu. Der VfB Ginsheim empfängt derweil Buchonia Flieden und hofft passend zum insgesamt bislang sehr ordentlichen Premierenabschneiden auf einen gelungenen Abschluss seines ersten Oberhaushalbjahres.

Alle Partien vom 22. Hessenligaspieltag:

Sa 09.12. 14.00

Bayern Alzenau – KSV Baunatal, Rot-Weiß Frankfurt – SC Waldgirmes, VfB Ginsheim – Buchonia Flieden, OSC Vellmar – SV Steinbach, Teutonia Watzenborn-Steinberg – SC Hessen Dreieich, FSC Lohfelden – FC Ederbergland, Rot-Weiß Hadamar – Viktoria Griesheim

So 10.12. 14.00

Spvgg Neu-Isenburg – Borussia Fulda

Spielfrei: TSV Lehnerz

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 07 Dezember 2017 19:11
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